Warum gerade die Klarinette als Instrument?
Live-Klarinettenmusik bei einer Beerdigung spendet Trost, wo Worte versagen. Entdecken Sie, wie der warme Klang einer Klarinette einen Abschiedsgottesdienst vertieft.
Es gibt Momente im Leben, in denen einem die Worte fehlen. Der Abschied von einem geliebten Menschen ist ein solcher Moment. Die traurige Stille in einem Saal, die Tränen, die unbemerkt über die Wangen gleiten, die Hände, die sich halten. Musik kann in solchen Momenten genau das sagen, was niemand in Worte fassen kann.
Die Klarinette nimmt dabei einen besonderen Platz ein. Von allen Holzblasinstrumenten klingt die Klarinette am ehesten wie eine menschliche Stimme. Damit eignet sich das Instrument ideal für eine Trauerfeier, bei der so viele verschiedene Emotionen zusammenkommen.
Warum gerade die Klarinette?
Die Klarinette hat den größten Dynamikumfang aller Holzblasinstrumente. Das Instrument kann im Pianissimo flüstern und im Forte kraftvoll singen, und alles dazwischen. Diese Vielseitigkeit ermöglicht es, den Klang an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen: gedämpft beim Eingang, ausdrucksvoll beim Abschied, hoffnungsvoll beim Ausgang.
Das warme Timbre der Klarinette hat eine physiologische Wirkung. Forschungen an der Universität Jyväskylä in Finnland haben gezeigt, dass die Frequenzen von Holzblasinstrumenten und insbesondere der Klarinette das parasympathische Nervensystem aktivieren. Im Klartext: Der Klang hilft dem Körper, sich zu entspannen und Emotionen loszulassen. Genau das, was bei einer Beerdigung gebraucht wird.
Darüber hinaus ist die Klarinette praktisch: Das Instrument ist mobil, braucht in den meisten Kirchen und Sälen keine Verstärkung und kann sowohl solo als auch zusammen mit Klavier oder Orgel eingesetzt werden.
Wann erklingt die Klarinette bei einer Beerdigung?
Eine Trauerfeier hat in der Regel drei bis vier musikalische Momente, von denen jeder seine eigene Funktion hat:
Der Einzug ist der Moment, in dem die Gäste eintreten und ihre Plätze einnehmen. Sanfte Instrumentalmusik hilft, den Übergang von der Hektik draußen zur Stille des Augenblicks zu schaffen. Geeignete Stücke sind Saties Gnossienne Nr. 1, das Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert oder ein leises Arrangement eines Liedes, das dem Verstorbenen lieb und teuer war.
Während der Zeremonie kann Musik zwischen den Rednern, beim Anzünden der Kerzen oder während eines Moments der Stille erklingen. Sie gibt Raum, um zu fühlen, ohne etwas sagen zu müssen.
Der Moment des Abschieds, das Hinaustragen des Sarges oder das Schließen des Vorhangs, ist der emotionale Höhepunkt. Der langsame Aufbau dieser Stücke läuft parallel zur emotionalen Intensität des Moments.
Der Abgang und die Beileidsbekundung verlangen nach etwas leichterer Musik, die in die persönliche Zweisamkeit übergeht.
Der Unterschied zwischen Live und Aufnahme
Eine Aufnahme klingt immer gleich, egal in welcher Situation. Ein Live-Musiker atmet mit dem, was gerade passiert. Wenn ein Sprecher einen Moment schlucken muss, kann die Musik einen Moment länger klingen. Wenn der Sarg später als geplant eintrifft, spielt der Musiker einfach weiter. Ändert sich die Stimmung, geht die Musik mit.
Dieses Mitgehen mit dem Moment ist das, was viele Hinterbliebene im Nachhinein als den wertvollsten Aspekt nennen. Es macht die Musik nicht zu einem Teil des Gottesdienstes, sondern zu einem Teilnehmer.
Repertoire: von Klassik bis Pop
Die Klarinette hat ein enorm breites Repertoire. Klassische Stücke sind zeitlos und funktionieren immer. Aber ein Pop-Arrangement für Klarinette kann genauso bewegend sein.
Die meisten Klarinettisten, die sich auf Trauermusik spezialisiert haben, verfügen über ein breites Repertoire und können auch kurzfristig einen speziellen Wunsch einstudieren. Es lohnt sich immer, nach einem Stück zu fragen, das für den Verstorbenen oder die Familie eine persönliche Bedeutung hat.
Praktische Überlegungen
Ein paar Dinge, die man beachten sollte, wenn man Klarinettenmusik für eine Beerdigung in Erwägung zieht:
Buchungszeit:Viele Beerdigungsmusiker sind an die kurzen Zeiträume von Beerdigungen gewöhnt (normalerweise drei bis sieben Tage). Kurzfristige Buchungen sind fast immer möglich.
Begleitung: Ein erfahrener Trauermusiker wird sich im Vorfeld mit dem Bestatter oder Zeremonienmeister über den Ablauf der Trauerfeier verständigen. Als Hinterbliebener müssen Sie das nicht selbst koordinieren.
Kosten: Rechnen Sie mit 350 bis 650 Euro für einen Soloklarinettisten, je nach Dauer und Anzahl der Stücke. Einige Bestattungsversicherungen erstatten diese Kosten (teilweise), das ist aber von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.
Akustik: Die Klarinette klingt in fast jedem Raum ohne Verstärkung gut. In Kirchen profitiert das Instrument vom natürlichen Nachhall, in Hörsälen hingegen ist der direkte Klang sehr intim.*
*Remember Sound bietet auch die Möglichkeit, ein zusätzliches Mikrofon an der Klarinette anzubringen, um den Klang noch besser hörbar zu machen. Falls dies gewünscht wird.